FC 08 Boffzen

Chronik

Der Verein ist zunächst 1908 als Schleuderballklub gegründet worden. Der Fußball kam seinerzeit erst von England auf den Kontinent und nahm seitdem seinen Lauf als populärste Massensportart. Vom Lehrerseminar in Braunschweig brachte Heinrich Böker die Regeln und die Technik des Fußballs mit aufs Dorf nach Boffzen. Ebenfalls war ein ehemaliger Braunschweiger Spieler an der Entwicklung des Fußballs in Boffzen beteiligt, Lehrer Karl Schrader. Von den Braunschweigern sind ebenso die blaugelben Vereinsfarben übernommen worden. Bereits seit 1910 wurde ausschließlich Fußball gespielt und der Verein nannte sich fortan Fußball-Club 08 Boffzen. Neben Heinrich Böker sind 10 weitere Gründungsmitglieder bekannt, 1. Vorsitzender war Heinrich Düsterdieck. Bis zum 1. Weltkrieg wurden in der Hauptsache Wettspiele gegen Mannschaften aus Höxter und Holzminden ausgeführt. Einen festen Sportplatz gab es noch nicht, gespielt wurde auf einer abgemähten Wiese an verschiedenen Standorten in Boffzen, die Tore wurden immer mitgenommen. Im Jahr 1913 verfügte der FC sogar über ein eigenes Tambour-Korps.

 

Während des 1. Weltkrieges musste der Spielbetrieb aber bereits wieder ruhen.

Doch schon 1919 wurde der Spielbetrieb nach dem 1. Weltkrieg wieder aufgenommen, es spielten insgesamt mittlerweile drei Mannschaften für den FC. Die Gemeinde stellte den Gemeindeplatz an der Coldewestraße dem Verein kostenlos zur Verfügung. In den Monaten April, Mai und Juni durfte jedoch wegen des Grasschnittes nicht gespielt werden. Im Jahr 1920 trat der Verein dem Westfälischen Fußballverband bei, dies geschah aus sportlichen und auch finanziellen Gründen. Seit dieser Zeit nahm der Verein regelmäßig an den Meisterschaftsspielen des Verbandes teil und wurde bis 1938 3x Klassenmeister. 1928 stieg man sogar in die Gauliga auf. Im Jahre 1926 veranstaltete der FC sein erstes Volksfest.

Besonders erwähnenswert ist die Teilnahme des Spielers Ludwig Hesse (Vater von Ludwig und Fritz Hesse) aufgrund seiner guten Leistungen an einem Lehrgang unter dem späteren Bundestrainer Sepp Herberger im Mai 1933.

Im Juli 1935 feierte der Verein mit zwei Jahren Verspätung in Form eines großen Volksfestes sein 25-jähriges Stiftungsfest. Anlässlich des Festes erhielt der Verein ein neues Banner.

Während des 2. Weltkrieges ruhte der Spielbetrieb völlig.

In den Nachkriegswirren fanden sich trotz großer Not schnell wieder Sportkameraden, die den Spielbetrieb und das Vereinsleben wieder aufnahmen. Auf Erlass der britischen Militärverwaltung war aber jetzt nur ein Sportverein in Boffzen erlaubt, sodass nach Verhandlungen mit dem MTV am 25.5.1946 die Gründungsversammlung des Turn- und Sportvereins Boffzen (TUSPO Boffzen) stattfand. Im Oktober 1946 begannen wieder die Punktspiele in der 1. Kreisklasse Höxter. „Schoppen Kues“ Wiese diente wieder als Sportplatz. In Eigenleistung wurde der Platz in der Coldewestraße wieder hergerichtet und im August 1946 mit einem Pokalturnier wieder eingeweiht.

Trotz der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse feierte der TUSPO Boffzen im Juli 1949 das Volksfest.

Nachdem bereits 1949 die Turner den gemeinsamen Verein verlassen hatten, nahmen die Fußballer Anfang 1952 wieder den alten Namen an. In diese Zeit fiel auch die Auseinandersetzung mit dem Niedersächsischen Fußballverband (NFV) über die Verbandszugehörigkeit. Im August 1953 wurde der Verein dem NFV zugeordnet. Ausschlaggebend für den Wechsel war der geplante Bau des Sollingstadions, für den Zuschüsse nur unter der Bedingung zugesagt wurden, wenn der Verein dem NFV beitreten würde. Ab der Serie 53/54 spielte der FC in der 1. Kreisklasse Holzminden.

Die Einweihung des neuen Sollingstadions am 1.5.1954 war einer der Höhepunkte in unserer Vereinsgeschichte. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung fanden an diesem Tage Spiele von Auswahlmannschaften statt, die Älteren unter uns können sich an dieses Ereignis noch bestens erinnern.

In der Spielserie 1956/57 errang der FC zum ersten Male die Kreismeisterschaft im Kreis Holzminden, im Entscheidungsspiel wurde der VFB Holzminden in Stadtoldendorf mit 4:0 besiegt.

Im Juli 1958 feierte der FC im Rahmen eines großen Volksfestes sein 50-jähriges Bestehen, bei dem noch sieben Gründungsmitglieder als Ehrengäste begrüßt werden konnten.

Das Spieljahr 1958/59 zählt zu dem sportlich erfolgreichsten in der Vereinschronik, am Ende wurde der FC Vizemeister hinter SUS Northeim. u.a. gelang ein 3:1 Sieg gegen den SUS Northeim vor 1200 Zuschauern in Northeim, bzw. spielte man zuhause gegen TUSPO Holzminden vor 3000 Zuschauern 3:3. Im weiteren Verlauf wurde auch 1969 das Gerätehaus im Sollingstadion in Eigenleistung errichtet.

Bereits 1970 gründete sich durch die Initiative von Günter und Karin Lohnert eine Frauenfußballmannschaft. Dazu wurden die „Spielerbräute“ von Aktiven angerufen und zum Mitmachen überredet. Diese Mannschaft sollte für lange Zeit die einzige Frauenmannschaft im Kreis bleiben. Eine der ersten Mannschaftsaufstellungen nennt: Renate Pöppe (Tor), Sabine Giesecke (heute Tappe), Edith Koschik (heute Kleine), Gisela Helfer, Ingrid Reim (heute Stahl), Diethild Hoffmann, Karin Lohnert, Brunhilde Sontag, Rita Schulze (heute Kauf), Isabel Groppe und Ingeborg Busse. Daneben standen noch Monika Kaiser, Veronika Eifert (heute Dormann) und Elfi Teiwes (heute Legler) zur Verfügung.

Nach einigen Anfangsschwierigkeiten stieg man schnell in die Bezirksliga auf. Doch schon 1975 war ein Tiefpunkt erreicht. Erneut gestärkt wurde man durch die Auflösung der Damenmannschaften im Umkreis. Man konnte in einem Freundschaftsspiel sogar die Damen vom FC Schalke 04 mit 2:1 besiegen. wieder konnte man bis in die Bezirksliga aufsteigen. Erst eine Gebietsreform mit weiten Fahrten stoppte die Erfolgsserie und die Damen bestritten danach lange Jahre nur noch Freundschaftsspiele, ehe man wieder an einer Meisterschaft teilnahm.

Die sportlich erfolgreichste Saison unserer 1. Herren konnte 1972 mit dem Gewinn der Meisterschaft in der Bezirksklasse abgeschlossen werden, u.a. spielte man gegen den Mitkonkurrenten Elze vor 800 Zuschauern 2:1. Herausragender Akteur in dieser Mannschaft war der Sportkamerad Achim Kauf, der anschließend beim OSV Hannover, 1860 München und bei Arminia Hannover spielte. Der Aufstieg in die Bezirksliga gelang nicht, im Gegenteil, in der kommenden Serie musste der Abstieg in die Kreisliga hingenommen werden.

Am 11.3.1972 konnte die neue Sporthalle eingeweiht werden. Dadurch wurden die Trainingsvoraussetzungen im Jugendbereich in den Wintermonaten erheblich verbessert. In der Halle hat der FC seitdem erfolgreich viele Hallenturniere veranstaltet.

Das Spiel unserer Altherren gegen die Altliga des Hamburger SV war 1976 vor 1500 Zuschauern ein Höhepunkt im Vereinsalltag.

Nach Abschluss der Serie 1976/77 gelang der Herrenmannschaft des FC mit der Kreismeisterschaft der erneute Wiederaufstieg in die Bezirksklasse.

Das 70-jährige Bestehen wurde im Rahmen des Volksfestes gefeiert. Der FC zählte zu diesem Zeitpunkt 316 Mitglieder und nahm mit vier Seniorenmannschaften und fünf Jugendmannschaften am Spielbetrieb teil.

Im Jahr 1979 führte die Gemeinde erhebliche Bauarbeiten am Sportplatz durch. So kam es u.a. zur Erneuerung der Laufbahn und der Tribüne, sowie zu einem Neubau des Kassenhauses. Zudem wurde in dem Gebäude ein WC eingerichtet. Hinzu kam der Bau der Flutlichtanlage.

Seit der Serie 1980/81 gibt es bereits die JSG Boffzen-Fürstenberg, zu der zwischenzeitlich auch der MTV Derental dazugehörte. Erster Jugendwart war damals Heinz Scholz. Gemeinsam mit dem MTV Fürstenberg ist in dieser Zeit erfolgreiche Jugendarbeit geleistet worden. Schon in der ersten Saison gab es den ersten Meistertitel. Die 11-D-Jugend wurde vor dem VfL Holzminden Kreismeister. In dieser Zeit gab es auch in den anderen Altersklassen zahlreiche Meisterschaften. Auch in den Jahren bis heute konnten noch einige Meistertitel gewonnen werden. In der kommenden Saison treten, außer in der B-Jugend, wieder in allen Altersklassen Mannschaften an.

Während der Serie 1982/83 sanierte die Gemeinde Boffzen das Sollingstadion. Die Herrenmannschaften spielten während dieser Zeit mit großem Erfolg auf dem Jahnplatz in Holzminden. Rechtzeitig zum großen Jubiläumsfest anlässlich des 75. Bestehens des Vereins konnte der Spielbetrieb im Sollingstadion wieder aufgenommen werden. Dieses Fest ist, mit Fug und Recht, eines der schönsten Volksfeste in der Gemeinde Boffzen gewesen.

Im August 1986 wurde der erste Spatenstich für den neuen Sportplatz getan. Der Platz wurde zum Samtgemeindeturnier Anfang Juli 1988 feierlich eingeweiht. Seitdem steht den Spielern des FC 08 eine fast perfekte Sportanlage zur Verfügung. Ebenfalls ist in der Zeit der Anbau des Wirtschaftsraumes in Eigenleistung errichtet worden.

1992 gelang nach langer Vorbereitungszeit die Gründung des Fördervereins. Um die Gründung haben sich seinerzeit im Besonderen die Sportkameraden Josef Körbl und Wolfgang Schaper bemüht. Der Förderverein unterstützt seitdem den Verein mit wesentlichen finanziellen Mitteln.

Im Jahr 2001 hatte der FC 08 die Bundesligamannschaft vom VfL Borussia Mönchengladbach zu Gast im Sollingstadion. Über 2400 Zuschauer erlebten ein rauschendes Fußballfest. Die Gäste aus Mönchengladbach präsentierten sich bereits in der Saisonvorbereitung in bestechender Form.

Höhepunkt des Jahres 2002 war das große Fußball- und Volksfest, dass der FC 08 Boffzen mit den Einwohnern der Gemeinde Boffzen feiern konnte. In der Saison 2004/2005 spielte die 1.Mannschaft unter ihrem Trainer H.J.Kauf erneut um die Meisterschaft in der Kreisliga mit. Allerdings verpasste man den direkten Aufstieg knapp. Dies verschaffte den Boffzener Fußballfans jedoch eine spannende Aufstiegsrunde. Nach zähem Ringen, unterstützt von einer großen Menge Fans, konnte rechtzeitig zum Boffzener Volksfest 2005 der Aufstieg erreicht und gefeiert werden.

Im Jahr 2005 hatte der FC 08 ca. 300 Mitglieder, davon 100 Jugendliche.

In den folgenden Jahren ging es mit den Seniorenmannschaften bergauf und ab. Im Jahr 2009 konnte die I.Herrenmannschaft um Haaresbreite den Abstieg in die 1.Kreisklasse verhindern. Dies war der Tiefpunkt in den letzten Jahren. Seitdem hat die I.Mannschaft Jahr für Jahr an Qualität gewonnen und ist in den Jahren 2011 und 2013 in die Bezirksliga aufgestiegen. Leider konnte man sich beide Male nicht in der höheren Klasse halten. Die II.Mannschaft erzielte ihr bestes Ergebnis im Jahr 2013, mit dem Aufstieg in die Kreisliga. Die FC-Damen sind zu einer der besten Adressen im Kreis Holzminden geworden. Nicht zuletzt durch das Engagement von Ehrenamtspreisträger Dietmar Larusch.

Der Verein nimmt zur Zeit mit zwei Seniorenmannschaften, einer Damenmannschaft und zusammen mit dem MTV Fürstenberg mit sieben Jugendmannschaften am Spielbetrieb teil. Der Verein gehört zu den großen Sportvereinen im Kreissportbund und ist einer der ältesten reinen Fußballvereine im Landkreis Holzminden. Der FC 08 hat Boffzen in der Fußballregion bekannt gemacht.

 

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